Ursprung und Geschichte des Strickens

Der Ursprung des Strickens

Man mag es kaum glauben aber die ältesten Funde von gestrickten Kleidungsstücken datieren lediglich im 3. Jahrhundert vor Chr., die ältesten gefundenen (knöchernen) Stricknadel wurden sogar auf das 3. Jh. nach Chr. und die ältesten gefundenen eisernen Stricknadel auf das 5. Jh. nach Christus datiert. Umso erstaunlicher ist es, dass die ältesten gewebten Kleidungsstücke über 32.000 Jahre alt sind. Deshalb verwundert es nicht, dass das Wort stricken (einen Knoten oder eine Schlinge knüpfen) erst seit dem 16. Jh. verwendet wird, abgeleitet von dem Wort Strick.

Gestrickte Socken aus Ägypten 3. - 5. Jahrhundert vor Christus

 

Gestrickte Socken aus Ägypten 3. - 5. Jahrhundert vor Christus Quelle: Wikipedia

 

Man geht davon aus, dass es die Araber waren, die im 8.Jahrhundert das Stricken nach Europa (zunächst Spanien) brachten. Erst rund 1.000 Jahre später (1863) wurde dann in Amerika die erste Flachstrickmaschine eingesetzt, die danach eine Massenproduktion von Strickwaren ermöglichte.

Strickendes Mädchen 1884

 

Strickendes Mädchen 1884 Quelle: Wikipedia

 

Spinnen und Stricken - reine Frauensache?

Wer von euch hätte gedacht, dass das Stricken als damals alles andere als “Frauensache“ war. Im Mittelalter gehörte das Stricken zu den Handwerkszünften und wurde daher von Männern ausgeführt. In der ersten Strickgemeinschaft (gegründet 1527 in Paris) beispielsweise war die Teilnahme ausschließlich den Männern erlaubt. Erst seit dem 19. Jh. assoziieren wir das Stricken mit der Frau. Dies hatte später praktische Gründe, denn in Kriegszeiten lag es an ihnen Kleidung selbst zu stricken. Heutzutage ist das Stricken und Häkeln für 66% der deutschen Frauen über 14 Jahre ein beliebtes Hobby, bei dem sie ihre Freizeit nicht nur entspannt sondern auch sinnvoll nutzen. Aber der Fan-Kreis beschränkt sich nicht nur auf Frauen, denn immer mehr Großstadtmänner entdecken zwischenzeitlich das Stricken und selbst Häkeln als ihr Lieblingshobby. Auch wir in unserer Gemeinschaft Birgit’s Wollmarkt - Kreativgruppe freuen uns über jeden männlichen Neuankömmling.

Mann Strickt

Stricken - frei von allen Zwängen

Das Sprichwort:

"Spinnen am Morgen bringt Kummer und Sorgen, spinnen am Abend, erquickend und labend“

sollte fast jedem bekannt sein. Die meisten von euch werden das als einen alten Aberglauben kennen, der bedeutet dass der Anblick einer Spinne am Morgen Unglück, am Abend wiederum Glück bringt. Doch das ist Falsch! Das Sprichwort bezieht sich auf das Spinnen von Garnen und hat folgenden Ursprung: Wer bereits am Morgen spinnen musste um seinen Lebensunterhalt damit aufzubessern, war arm dran.Wer sich hingegen nur abends zum Zeitvertreib oder als Hobby an das Spinnrad setzte, dem ging es gut. Heute muss niemand mehr aus reinen finanziellen Gründen stricken, da man Kleidungsstücke mittlerweile für wenige Euro erwerben kann. Auch spart heute niemand mehr, wenn er einen Pullover selbst strickt, statt ihn fertig zu kaufen. Zum Glück ist es uns in der heutigen Zeit möglich das Stricken, Häkeln, Spinnen und alles was dazu gehört als das zu erfahren, was es wirklich ist: ein kreatives, facettenreiches, wundervolles Hobby für Jedermann.

 

 


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