Stricken und Garne – welches Garn für mein nächstes Strickprojekt?

Zu stricken gibt es ja bekanntlich viel, angefangen von süßen Babysöckchen, über flauschige Hausschuhe, bis hin zu netten Dekoartikeln. Bestimmt hast auch du eine mehr oder weniger lange Liste im Kopf, die mit unzähligen Projekten bestückt sind. Ein neuer Schal für die kühlen Sommernächte, ein schöner Pullover oder ein Kissenbezug – es gibt unendlich schöne Strickprojekte im Netz zu finden. Heute möchten wir allerdings über die verschiedenen Bestandteile der Garne sprechen, denn die machen letztendlich das Ergebnis aus. Wer sich also ein bisschen für die Fasern in den zu kaufenden Garnen beschäftigt, der wird im Anschluss an diesen Artikel sicherlich das richtige Garn finden.

Süße Babysöckchen

Struktur, Aufbau und Eigenschaften von tierischen oder pflanzlichen Fasern

In erster Linie unterscheiden sich die Fasern in ihrer Herkunft, stammen sie vom Tier oder von einer Pflanze.

Tierische Fasern Vor- und Nachteile

Wer sich seine Wolle selbst einfärbt, der wird sicherlich schon von Proteinfasern gehört haben. Diese sind in allen möglichen Tierhaaren enthalten, beispielsweise auch in der Seide. Proteinfasern, also alle tierischen Fasern, wärmen extrem gut, sind aber auch elastischer und pflegeleichter. So werden diese Fasern nicht so schnell von Motten oder Pilzen befallen. Neben der Seide sei an dieser Stelle die Schurwolle zu nennen, die bekanntlich von Schafen stammt. Hier kann noch einmal zwischen den Schafarten unterschieden werden. Beispielsweise ist die Wolle der Merinoschafe besonders weich:

Zwei Schafe auf einer Weide

Schafwolle im Allgemeinen ist sehr flauschig und leicht zu tragen, darüber hinaus wärmt die Wolle vom Schaf extrem gut, was sich vor allem für Strickprojekte im Winter eignet. Auch Mützen, Pullover oder Socken lassen sich wunderbar mit Schafwolle stricken. Wichtig ist allerdings, auf die Herkunft der Wolle zu achten, andernfalls kann das Ergebnis auf der Haut kratzen.

Der Nachteil:

Gerade die beliebte Wolle des Merinoschafes leiert aufgrund seiner Struktur gerne einmal aus. Hier sollte man also eher vorsichtig im Umgang sein.

Ebenfalls sehr beliebt ist die Alpakawolle, die zwar weniger elastisch ist, dafür aber viel wärmender als Schafswolle ist. Auch Menschen mit Allergieproblemen können ohne Schwierigkeiten mit Alpakawolle stricken. Die Wolle der Alpakas ist sehr robust, vielleicht daher auch ein wenig pieksig, weshalb man auf eine gute Qualität achten sollte.

Seide hingegen eignet sich hervorragend für Schals, da die Fasern überhaupt nicht auf der Haut kratzen und generell sehr leicht sind. Sehr stabil und unanfällig ist die Seide allerdings nicht, weshalb man mit Schweißflecken oder Lebensmittelflecken vorsichtig sein sollte. Auch die Waschmaschine bedeutet schnell den Tod für das neu gestrickte Stück.

Ein rosa Tuch

Pflanzliche Fasern Vor- und Nachteile

Leinengarn stammt aus einer der ältesten angebauten Nutzpflanzen und besitzt hervorragende Eigenschaften. Strickt man mit diesem Garn, so erhält man ein super temperaturausgleichendes Produkt mit einer glänzenden Oberfläche. Diese ist schließlich schmutzabweisend und wirkt antibakteriell – perfekt also für Allergiker. Erst nach mehreren Waschgängen kann der Stoff ausleiern, was allerdings eher als Vorteil zu verzeichnen ist. Immerhin ist der Stoff anfänglich etwas steif und wird erst später geschmeidig und weich.

Leider knittert der Leinenstoff auch sehr schnell und muss nach jeder Wäsche gebügelt werden. Für Sommerbekleidung perfekt geeignet, da der Stoff sehr weich und angenehm ist.

Auch die Baumwolle gehört zu den sehr pflegeleichten Garnen, allerdings wärmt die Baumwolle überhaupt nicht und eignet sich daher eher für sommerliche Bekleidung. Auch für Babys wird dieser Stoff gerne verwendet, da er schön angenehm zu tragen ist, nicht  kratzt oder piekst.

Der Nachteil:

Der Stoff kann sehr schwer sein und damit ausleiern. Auch ist er etwas knitteranfällig.

Mischgarne als Alternative?

Wer sich schon gedanklich mit seinem nächsten Strickprojekt auseinandergesetzt hat, der wird vielleicht beim Kauf des Garns auf Mischgarne stoßen. Hier wurden dann verschiedene Fasertypen vermischt. Sehr gerne tut man dies bei Baumwolle und Merinowolle, also pflanzliche und tierische Fasern in einem. Auch Alpaka und Merino sind solche Mischvarianten, die Vor- und Nachteile sehr gut ausgleichen.

Es macht natürlich durchaus Sinn, sich über die Art des Strickgarns Gedanken zu machen, ehe man sich an sein nächstes Projekt macht. Wer beispielsweise seiner Katze ein neues Kissen stricken möchte, der sollte wissen, dass diese von kratziger Alpakawolle abgeneigt sein könnten. Auch wäre Seide aufgrund seiner Empfindlichkeit nichts für die scharfen Katzenkrallen. Hier sind sicherlich robuste Garne von Vorteil, beispielsweise die des Meringoschafes.


Quellen:

https://pixabay.com/de/schafe-nutztier-zwei-schafe-3254728/

https://pixabay.com/de/rosa-stoff-textile-2937979/

https://pixabay.com/de/socken-gestrickt-bunte-wolle-3144491/


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